Hamburg Oberbillwerder

Rahmendaten

  • 118 Hektar

  • Bis zu 7.000 Wohneinheiten

  • 4.000-5.000 Arbeitsplätze

  • ein Bildungs- und Begegnungszentrum,

  • 2 Grundschulen,

  • bis zu 14 Kitas und noch einmal so viele soziale Einrichtungen.

  • 11 Mobility Hubs,

  • rund 28 Hektar öffentliche Grün- und Freiflächen mit zahlreichen Spielplätzen

  • Ein großer Aktivitätspark

  • ein Schwimmbad

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Informationen zum Verfahren

In einem wettbewerblichen Dialog als Vergabeverfahren qualifizierten sich aus dem vorgeschalteten EU-weiten Teilnahmewettbewerb zwölf Teams für die erste Dialogphase. In einem über zweijährigen Planungs- und Beteiligungsprozess wurden zehn öffentliche Veranstaltungen durchgeführt – insgesamt haben sich rund 3.000 Menschen informiert und beteiligt.

Wesentliche Akteur:innen

  • Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen der Freien und Hansestadt Hamburg als zuständige Fachbehörde und Auftraggeberin der IBA Hamburg GmbH

  • IBA Hamburg GmbH als Projektentwickler => Sabine de Buhr (städtebauliche Leitung)

  • Bezirk Bergedorf als Plangeber und Steuerungsverantwortlicher

  • Finanzbehörde/LIG als Grundeigentümer

  • Behörde für Umwelt und Energie und die geplante HIE GmbH & Co. KG als weitere Beteiligte.

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Zeitstrahl

Projektgebiet Hamburg Oberbillwerder (eigene Darstellung) © Karte von Openstreetmap.org

Interviews

Die Auswertung der Interviews bezieht sich auf drei Personen, davon eine in dei Planung involvierte Person, eine Person einer Bürgerinitiative und ein Politiker.  

 

| Effekte und Nebeneffekte von Beteiligung

  • Bürger:innen werden durch Plakate, Newsletter, Vereine und Social Media Beiträge aufmerksam gemacht

  • Veranstaltungen sollen in der Freizeit stattfinden

  • Beteiligung muss Spaß machen

  • Orte der Beteiligung müssen leicht erreichbar sein

  • Die Planer:innen haben selbst betroffene Gruppen angesprochen und zum Dialog und zur Beteiligung eingeladen

  • Betroffen sind mindestens alle Hamburger, die sich gegen eine weitere Flächenversiegelung aussprechen, oder auch die, die neuen Wohnraum und ein ihnen genehmes Umfeld erwarten.

  • Der allgemeine Eindruck war, dass man nach einem kritischen Beispiel keine Chance mehr auf eine weitere Worterteilung hatte

 

| Beteiligungsmethoden digital und analog

 

  • Es soll eine gute Mischung zwischen digital und analog bestehen

  • Der persönliche Austausch fehlt bei der digitalen Beteiligung

  • Digitale Beteiligung kann nur als zusätzliche Möglichkeit funktionieren

  • Die Ergebnisse sind oft dieselben, egal ob das Verfahren analog oder digital stattfindet

  • Präsenzveranstaltungen vor Ort wurden eher durch ältere Personengruppen genutzt

  • Zoom-Meetings wurden von jüngeren genutzt und es gab weniger Hemmung zu sprechen

  • Nachteile bei digitalen Methoden sind: Netzstörungen, nicht vorhandene Technik, Verweigerung bestimmter Verfahren aus Datenschutzgründen

 

| Social Media – Chancen und Risiken

 

  • Social Media ist kein Beteiligungs-, sondern ein Informationstool

  • Ungenaue Informationen werden direkt kommentiert und berichtigt

  • Chancen bestehen durch die Online Beteiligung, da sich dort andere Personengruppen beteiligt haben (eher jüngere)

  • Ein Risiko entstand, da Planer:innen sich online eingebracht haben, aber die Grenze zwischen Privatperson und professioneller Rolle nicht klar definiert war

| Digitale Beteiligungstools

  • Die Stadtwerkstatt Hamburg ist für die Online-Beteiligungstools verantwortlich. Um das Redaktionelle und Inhaltliche kümmert sich die IBA Hamburg.

 

| Wie kann Beteiligung inklusiver gestaltet werden?

  • Es müssen mehr Möglichkeiten angeboten werden, entweder mit vereinfachter Sprache oder mit verschiedenen Sprachen

  • Bei Präsenzveranstaltungen müssen barrierefreie Orte gewählt werden

  • Beteiligungsverfahren müssen früh genug beginnen. Bürger:innen muss die Möglichkeit gegeben werden, tatsächlich etwas erreichen zu können

  • Bürger:innen sollen im gesamten Planungsprozess involviert werden

  • Die Erhöhung der Transferleistungen zur Einbeziehung des Bedarfs für elektronische Kommunikation, inklusive aller Ausstattungen für Hör- oder Seheingeschränkte

  • Unabhängige Moderation und Koordinierungsstelle

  • Eine echte Beteiligung an den Ergebnissen und keine ausschließlichen Online-Verfahren

| Wünsche für zukünftige Beteiligungsverfahren

  • Analoge und digitale Beteiligungsverfahren sollen miteinander verbunden werden

  • Es solle eine stärkere Konzentration auf Mischformate geben

  • Hybride Veranstaltungen als Chance mehr Menschen zu erreiche
     

Schlussfolgerung

Letztendlich haben wir festgestellt, dass Social Media nicht als Beteiligungsplattform genutzt wird. Viel mehr geht es darum Informationen zum Projekt zu verbreiten, weswegen man sie als Informationsplattform verwendet. Trotzdem muss man bedenken, dass bei digitaler Beteiligung der persönliche Austausch fehlt und man auf diesen nicht verzichten will. Um den persönlichen Austausch zu gewährleisten, ist es sinnvoll als Planer:in direkt auf die Betroffenen zuzugehen und von Anfang an viele unterschiedliche Gruppen zu Wort kommen zu lassen. Allerdings reicht es nicht aus Bürger:innen nur zu beteiligen. Es muss auch sichtbar und nachvollziehbar werden, dass die Bürger:innen etwas an der Planung ändern können und ihre Meinungen und Vorstellungen etwas bewirken.

Quellen:

IBA Hamburg (2020): Häufige Fragen – FAQ. Online unter: http://www.oberbillwerder-hamburg.de/projekt/faq/ [Stand: 05.07.2021]

IBA Hamburg (2020): Oberbillwerder. Online unter: http://www.oberbillwerder-hamburg.de/ [Stand: 05.07.2021]

de Buhr, Sabine (2021): Hamburg Oberbillwerder – Die vernetzte Stadt. Online unter: https://www.planung-neu-denken.de/1-2021-newurban-quarters/hamburg-oberbillwerder-die-vernetzte-stadt/ [Stand: 05.07.2021]

IBA Hamburg (2020): Projektverlauf. Online unter: https://www.iba-hamburg.de/de/projekte/oberbillwerder/projektverlauf [Stand: 05.07.2021]

IBA Hamburg (2020): Beitragsarchiv. Online unter http://www.oberbillwerder-hamburg.de/category/beitraege/ [Stand: 05.07.2021]

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